STECKBRIEF | GROSSER HÖCKERFLOHKREBS  
Großer Höckerflohkrebs | Dikerogammarus villosus (Sovinskij 1984)

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Zoologisches Stichwort

Stamm
Arthropoda - Gliedertiere

Klasse
Crustaceae - Krustentiere

Ordnung
Amphipoda - Flohkrebse

Familie
Pontogammaridae

Gattung
Dikerogammarus

Synonyme | keine

Trivialnamen | keine

Herkunftsgebiet & Ausbreitung  | Ursprünglich in den Unterläufen der ins Schwarze Meer mündenden Flüsse verbreitet, besiedelte die Donau lange Zeit nur bis zum Mittellauf. Trat zum ersten Mal 1992 in der deutschen Donau, 1993 im Main-Donau-Kanal, 1994 im Main und 1995 im Rhein auf. 1998 wurde die Art in der Weser bei Minden, im Mittellandkanal, Elbe-Seitenkanal, in der Elbe und im Elbe-Havel-Kanal nachgewiesen, in vielen Kanalabschnitten dabei bereits dominant auftretend. Heute auch in der Elbe weit verbreitet. Vorkommen in Havel und Spree. Hat inzwischen die Oder erreicht. Nach Westen bis ins Rhône-System vorgedrungen.

Merkmale & Aussehen | Auffällig rötliche Antennen. Große Variation der Körperfärbung: neben einfarbig grauen bzw. braunen Individuen, braune Exemplare mit durchgehendem oder segmental unterbrochenem beigefarbigen Rückenstreifen, sowie getigerte Individuen mit oder ohne entsprechenden Rückenstreifen. Jungtiere sind häufig blasser gefärbt.

Biologie & Lebensweise | Allesfresser, Räuber von Gammarus tigrinus, vermutlich wichtiger Räuber von Corophium cuvispinum. Größere Individuen findet man besonders unter Steinen oder in Ritzen, wo die Tiere sich mit ihren abgespreizten Paraeopoden III-V verkeilen. Häufig zwischen Dreikantmuschel-Kolonien. Kleinere Individuen auch im oberflächennahen Algenfilz von Steinen und der Spundwände.
Wird von bodenlebenden Fischen (z.B. Trüsche) auch als Nahrung angenommen.

Status & aktuelle Verbreitung | Neben der o. g. Verbreitung in den meisten Flüssen wurde Dikerogammarus villosus 2003 im Bodensee und kürzlich auch im Genfer See nachgewiesen. Die Verbreitung im gesamten Bodensee-Obersee erfolgte innerhalb von 4 Jahren. Neben aktiver Wanderung gelten als Vektoren auch das Verdriften mit Treibholz oder der Transport durch Sportboote.

Weiterführende Literatur & Links
Bodensee: http://www2.lfu.baden-wuerttemberg.de/isf/berichte/neozoen2005_neu.pdf
Eggers, TO., Martens, A. (2001): Bestimmungsschlüssel der Süsswasser-Amphioda (Crustacea) Deutschlands, Lauterbornia 42: 1-70

Kontakt | Ralph O. Schill, umwelt@vdst.de

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