STECKBRIEF | SCHARZMEER-SCHWEBEGARNELE

 

Schwarzmeer-Schwebegarnele | Katamysis warpachowskyi

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Foto: Almut Hanselmann


Foto: Péter Borza


Foto: Almut Hanselmann

Zoologisches Stichwort

Stamm
Arthropoda

Klasse
Crustacea

Ordnung
Mysidacea

Familie
Mysidae

Gattung
Katamysis

Synonyme | keine

Trivialnamen | Schwarzmeer-Schwebegarnele, Russ: Myzida varpakhovskogo; Ukr: Myzida varpakhovs'kogo

Herkunftsgebiet & Ausbreitung  | Katamysis warpachowskyi ist ursprünglich im ponto-kaspischen Raum zuhause und wurde dort 1893 das erste Mal erwähnt. Im Flusssytem Don gelang 2000 der erste Nachweis und 2001 im oberen Bereich der Donau. 2008 gab es einen ersten Fund in der Donau bei Passau. Es ist jedoch anzunehmen, dass sich diese Schwebearnelenart schon seit längere Zeit ausbreitet und bisher nur noch nicht gefunden oder als Katamysis warpachowskyi identifiziert wurde.

Merkmale & Aussehen | Die Art ist die einzige in der Gattung Katamysis und hat einen viel kräftigeren und kompakteren Körper im Vergleich zu der Schwebegarnelengattung Limnomysis. Die Tiere sind auch stärker bräunlich pigmentiert. Das Ende des Telson (dem hinteren Teil des Krebskörpers) ist zungenförmig im Vergleich zu Limnomysis benedeni (eingebuchtet) und Hemimysis anomala  (gerade). Sie erreichen meist nur eine Länge von bis zu 7 mm.

Biologie & Lebensweise | Die Schwebegarnelen halten sich of über Sandgrund oder zwischen Wasserpflanzen auf. Bei ihrer Nahrung  sind sie nicht wählerisch und sie haben ein breites Nahrungssektrum. Ebenfalls sind sie in der Lage mit unterschiedlichen Salzgehalten im Wasser zu Recht zu kommen. Ihre Fortpflanzungszeit reicht von März bis Oktober. In einem kleinen Brutbeutel der Weibchen entwickeln sich bis zu 20 Embryonen. Die Art scheint weniger in großen Schwärmen vorzukommen. Oftmals sind nur einzelne Tiere auffindbar. Sie können lange Strecken gegen die Strömung schwimmen.

Status & aktuelle Verbreitung | Im Herbst 2009 wurde Katamysis warpachowskyi erstmal im Bodensee nachgewiesen. Über die weitere Verbreitung ist zur Zeit nur wenig bekannt.

Invasiv oder nicht invasiv? | Ob das Vorkommen der Schwebegarnelen einen Einfluss auf die bestehenden Lebensgemeinschaften hat ist bislang unklar.

Weiterführende Literatur & Links

  1. Borza, P. (2007). New data to the distribution of the recently appeared representatives of the order Mysida (Crustacea) in the Hungarian Fauna: Katamysis warpachowskyiG. O. Sars 1893 and Hemimysis anomalia G. O. SARS 1907. Acta Biol. Debr. Oecol. Hung 16, 39-45.
  2. Hanselmann, A.J. (2010).Katamysis warpachowskyi Sars, 1877 (Crustacea, Mysida) invaded Lake Constance, Aquatic Invasions 5, Supplement 1, S31-S34.

Kontakte | Ralph O. Schill, umwelt@vdst.de

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