STECKBRIEF | DONAU-SCHWEBEGARNELE

 

Donau-Schwebegarnele | Limnomysis benedeni

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Foto: Patrick Steinmann


Foto: Patrick Steinmann


Foto: Patrick Steinmann

Zoologisches Stichwort

Stamm
Arthropoda

Klasse
Crustacea

Ordnung
Mysidacea

Familie
Mysidae

Gattung
Limnomysis

Synonyme | keine

Trivialnamen | Donau-Schwebegarnele

Herkunftsgebiet & Ausbreitung  | Limnomysis benedeni  ist ursprünglich im ponto-kaspischenRaum zuhause und wurde dort 1882 das erste Mal erwähnt. Seit 1990 sind diese Tiere in fast allen europäischen Flusssystemen anzutreffen. In den 60er Jahren wurde diese Art aber auch in vielen Bereichen der Aquakultur als Nahrung verwendet und ist so sicherlich auch schnell verbreitet worden.

Merkmale & Aussehen | Die Tiere sind, wenn überhaupt, nur sehr schwach pigmentiert. Das Ende des Telson (dem hinteren Teil des Krebskörpers) ist eingebuchtet im Vergleich zu Katamysis warpachowskyi (zungenförmig) und Hemimysis anomala  (gerade). Sie erreichen eine Länge von bis zu 15 mm, die meisten erreichen aber nur knapp 10 mm.

Biologie & Lebensweise | Die Tiere halten sich oft über Steingrund oder zwischen Wasserpflanzen auf. Bei ihrer Nahrung  sind sie nicht wählerisch und sie haben ein breites Nahrungsspektrum. Sie filtrieren Phytoplankton und ernähren sich von Detritus. Im Frühjahr entwickeln sich über 20 Embryonen in ihrem Brutbeutel, die Sommergeneration hat meist nur 10 Embryonen im Brutbeutel. Die Art kommt besonders in der Wassersäule über Unterwasserstrukturen in großen Schwärmen vor. Im Sommer findet man meist nur vereinzelte Tiere.

Status & aktuelle Verbreitung | Die Donau-Schwebegarnele ist inzwischen überall am Bodensee zu finden. Sie wurden ebenfalls in den Zuflüssen Schussen, Alter Rhein, Dornbirner Ach und Luxburger Ach nachgewiesen. Eine Übersicht über die Verbreitung im Bodensee finden sie unter www.neozoen-bodensee.de/neozoen/limnomysis-benedeni.Über die weitere Verbreitung in kleineren Seen ist zurzeit nur wenig bekannt.

Invasiv oder nicht invasiv? | Ob das Vorkommen der Tiere einen Einfluss auf die bestehenden Lebensgemeinschaften hat ist bislang unklar.

Weiterführende Literatur & Links

  1. Audzijonyte, A., Wittmann, K.J., Ovcarenko, I. & Väinölä, R. (2009). Invasion phylogeography of the Ponto-Caspian crustacean Limnomysis benedeni dispersing across Europe. Diversity Distrib. 15, 346–355.
  2. Gergs, R., Hanselmann, A.J., Eisele, I. & Rothhaupt, K.-O. (2008). Autecology of Limnomysis benedeni Czerniavsky, 1882 (Crustacea: Mysida) in Lake Constance, Southwestern Germany. Limnologica 38 (2), 139-146.

Kontakte | Ralph O. Schill, umwelt@vdst.de

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